Thomas Manns Roman erzählt in ironischem Ton vom sensationellen Aufstieg eines gerissenen Sunnyboys. Früh ist der Held überzeugt, aus »feinerem Holz geschnitzt« zu sein. Schnell erkennt er sein einzigartiges Talent zum Rollenspiel. Instinktiv lernt er, dass die gute Gesellschaft geradezu begierig darauf aus ist, hinters Licht geführt zu werden. Und so bahnt sich Felix, das »Glückskind«, mit kleineren Diebstählen und mit grösseren Betrügereien seinen Weg nach oben.
Mit seiner »natürlichen Begabung für gute Form« versteht er es, den Reichen, Schönen und Mächtigen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. In einem Pariser Grandhotel beginnt seine Karriere als Hochstapler. Er landet als galanter Verführer in den Betten der Pariser Damenwelt und weckt in einem älteren Lord homoerotisches Verlangen. Schliesslich bahnt sich sein größter Coup an: Er soll in eine andere Identität schlüpfen und an Stelle des Marquis de Venosta eine Weltreise antreten.
Thomas Mann travestiert mit dem »Verwandlungskünstler« Krull betrügerisch-kriminelle Machenschaften gewisser Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich vielleicht um sein frivolstes und komödiantischstes Werk, das geradezu nach einer brillanten Bühnenfassung ruft. Diese liefert das Euro-Studio mit einer fulminanten Inszenierung von Katja Wolff.
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