Das jüngste Stück des britischen Drehbuchautors und Filmproduzenten Ronald Harwood aus dem Jahr 2009 beginnt mit einem Lacher und endet unter Tränen. Richard Strauss, der Held dieses Stückes, geht auf die siebzig zu und fürchtet, nach dem Tode Hugo von Hofmannsthals nie wieder eine Oper komponieren zu können, weil er keinen Librettisten von Rang finden kann. Die Noten schwirren schon im Kopf des Komponisten herum und er fürchtet, an Musik förmlich zu ersticken.
Als Stefan Zweig sich zur Zusammenarbeit bereit erklärt und dem Komponisten das Libretto Die schweigsame Frau vorschlägt, betrachtet Strauss dies als Gottesgeschenk. Aber die Partnerschaft ist überschattet von der Diktatur der Nationalsozialisten. Diese will den deutschen Komponisten instrumentalisieren, den jüdischen Librettisten aber nicht dulden. Während sich der politisch naive Strauss mit den Machthabern arrangiert, kann Zweig die Zerstörung seiner geistigen Heimat in der europäischen Kultur nicht ertragen. Seine Welt bricht zusammen.
Ronald Harwood geht dem moralischen Dilemma des Künstlers nach, den der totalitäre Staat zwingt, zwischen Berufung und Gewissen zu wählen. Strauss - gespielt vom grandiosen Schauspieler Peter Bause - sprudelt als Komponistengenie vor kindlicher Begeisterung, wenn es um Musik geht, und schäumt vor Wut, als er erfährt, dass Zweigs Name auf dem Theaterzettel zur Schweigsamen Frau fehlt. Zweigs Selbstmord empfindet er als unverzeihlichen Verrat. Für ihn ist Zweig der eigentliche Kollaborateur – weil er tat, was die Nazis wollten, und sich umbrachte
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