Faust. Der Tragödie erster Teil

 

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein

 

Von Johann Wolfgang von Goethe

Landestheater Tübingen

 

Dienstag, 12. Februar 2019 um 19.30 Uhr

im EQUILIBRE, Freiburg

 

 

Photos © LTT/Tobias Metz


Alles hat Faust schon versucht: er hat Bücher gewälzt, Geister beschworen und mit Selbstmordgedanken gespielt. Die Unzulänglichkeit des eigenen Denkens und die Beschränktheit seiner Mitarbeiter bringen ihn zur Verzweiflung. Da kommt der Teufel gerade recht, der verspricht, ihn aus seiner Misere zu erlösen. Faust ist sich sicher, dass auch Mephisto seinen Wissensdurst und seine Erlebnissucht nicht restlos befriedigen kann. Trotzdem schliesst er mit ihm einen Pakt, der verhängnisvoll ist. Denn auf der rücksichtslosen Suche nach Genuss und Lust, nach Selbstverwirklichung und Selbstbefreiung bleiben nicht nur die „kleinen Leute“ wie Margarete und Gretchen auf der Strecke, sondern auch das Heiligste: die Liebe.

Die Tübinger Aufführung arbeitet mit einer geschickt gekürzten Faust-Version. Die klar gesprochenen Verse werden für die Zuschauer zu einem Genuss. Der Rollentausch zwischen altem Faust und jungem Mephisto macht ihn zum glaubwürdigen Verführer und verstärkt Gretchens Tragödie.

 

 Die Reutlinger Nachrichten zur Premiere:
«Die betont schlichte Inszenierung verzichtet weitgehend auf Effekte und vertraut ganz uneingeschränkt der Sprache... Dabei interessiert Regisseur Christoph Roos an diesem Faust weniger das Übernatürliche, sondern das Menschliche. Er zeichnet Faust als einen Mann, der sich selbst im Weg steht, der bei seiner rücksichtslosen Suche nach purem Genuss und Selbstbefreiung andere Leben zerstört und dessen Unzulänglichkeit des eigenen Denkens ihn schließlich verzweifeln lässt. Und es ist vor allem das Drama einer starken Frau, deren Entschluss, Verantwortung für ihre Schuld zu übernehmen, Faust am Ende bloßstellt.»

 

Weitere Informationen zum Stück