In der beschaulichen Gemeinde Huisum zerbricht ein Krug. Ein unbedeutender Schaden? Vor Gericht zeigt sich, dass es um viel mehr geht. Der Ruf von Eve ist genauso in Gefahr wie ihre Verlobung mit Ruprecht. Denn was hatte der Dorf richter Adam am letzten Abend bei ihr zu suchen? Warum kam Adam mit einem lädierten Fuss und sichtbaren Schrammen im Gesicht ins Krankenhaus? Dorfrichter Adam leitet die Ermittlungen in einer Affäre, in die er offensichtlich selbst verwickelt ist. Das geht für ihn so lange gut, bis die neue Gerichtsrätin Walter eingreift.
Heinrich von Kleists Komödie zählt immer noch zu den meistgespielten Klassikern auf den deutschsprachigen Bühnen. Der Titel stellt einen zerbrochenen Krug ins Zentrum, greift auf humorvolle Weise grundlegende Erzählungen über Schuld und Verantwortung auf (Adam und Eva, König Ödipus mit dem Klumpfuss). Diese Aufführung zeigt zugleich Bezüge zum 21. Jahrhundert auf, weil die Dreistigkeit des Protagonisten in uns ein nur allzu bekanntes Gefühl erweckt: Wer über Macht (oder/und Geld) verfügt, kommt manchmal auch mit der grössten Lüge davon. Die Wahrheit wird übersehen, während das Abschieben von Verantwortung oft auch noch beklatscht wird.
